Staatliche Realschule Langenzenn

Packender Theaterbesuch der Klasse 7c

„Ich glaube, das Nashorn hat etwas gesehen, worüber es so traurig wurde, dass es daran gestorben ist.“

Im Rahmen des Deutschunterrichts besuchte die Klasse 7c am 23.01.2019 das Stadttheater Fürth, um sich die packende Theaterinszenierung „Was das Nashorn sah, als es auf die andere Seite des Zauns schaute“ anzusehen. Das Stück von Jens Raschke, das 2014 mit dem Deutschen Kindertheaterpreis und dem Niederländisch-Deutschen Kinder- und Jugendtheaterpreis ausgezeichnet wurde, beschreibt in eindrücklicher Weise, wie die Tiere des historisch verbürgten „Zoologischen Gartens Buchenwald“ leben und was sie sehen, wenn sie über den Zaun des Konzentrationslagers blicken.

Am Anfang wird von einem Nashorn aus Bengalen erzählt, das auf mysteriöse Weise umkommt. Es gehörte auch zum Zoo, stirbt aber ganz plötzlich. Rätselhaft. Dann kommt ein Neuer in das Gehege. Ein russischer Bär. Er erkundet alles neugierig und hinterfragt das Gefängnis, das hinter dem Zoo liegt, wo die „Gestiefelten“ über die „Gestreiften“ herrschen und sich verzweifelte, dürre, zitternde Gefangene in den Elektrozaun werfen. Außerdem ist die Luft verpestet vom Rauch der Öfen, wo die Leichen verbrannt werden. Deutlicher kann man die Konzentrationslager der Nazizeit nicht darstellen. Die Tiere wollen diese Realität nicht wahrhaben und verschließen die Augen, bis auf den mutigen Bären, der einen Plan ersinnt, der für ihn schlimm enden wird.

Bereits im Vorfeld beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler mit dem historischen Hintergrund des Stücks und erfuhren so, dass im Konzentrationslager Buchenwald bei Weimar in der Zeit von 1937 – 1945 etwa 266.000 Menschen aus allen Ländern Europas inhaftiert worden waren. Die Zahl der Todesopfer wird auf 56.000 geschätzt. Es wurde besprochen, dass schon damals sehr viel Mut dazu gehörte, verfolgten Menschen zu helfen, denn man riskierte sein Leben und das seiner Familie. Jeder potenzielle Helfer stand einem sehr gut organisierten und vernetzten Staat gegenüber. Und doch gab es Menschen, die geholfen haben, trotz lauernder Gefahren und harter Strafen. Wie der junge Bär aus Sibirien schauten sie hin, waren empathisch und fühlten sich verantwortlich für die Schicksale anderer.

Im Unterrichtsgespräch stellten die Schüler fest, dass der historische Stoff  auch heute noch sehr aktuell und brisant ist, denn er gilt als eine Art Parabel auf unsere Gesellschaft, in der darüber debattiert wird, Zäune und Mauern zu bauen, um sich die von anderen abzugrenzen und andere aus der Gesellschaft auszuschließen. Das Stück selbst leistet in dieser Debatte einen wichtigen Beitrag. Es ist ein poetisches Plädoyer für Zivilcourage mit den daraus resultierenden Konsequenzen – ein Stück über die Entscheidung, weiterhin Zuschauer zu bleiben oder nicht. Abschließend ist festzuhalten, dass es einen wichtigen Beitrag zur  Ausbildung der Moral- und Demokratiefähigkeit unserer Schülerinnen und Schüler leistet.

M. Misoph


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